Wie Rauchwarnmelder getestet werden und warum sie eine Zertifizierung nach DIN EN 14604 benötigen

Die Ajax-Melder FireProtect und FireProtect Plus sind die Brandschutzeinrichtung des Ajax-Systems. Sie können im Verbund mit Hub-Zentrale oder eigenständig betrieben werden — einfach den Melder einschalten und an der Decke befestigen, um rund um die Uhr geschützt zu sein. Er erkennt sowohl Rauch als auch plötzliche Temperaturanstiege. Das Gerät ermöglicht die Konfiguration verschiedener Alarmarten und kann im Verbund mit anderen Ajax-Brandmeldern arbeiten — wenn nur einer einen Brand erkennt, schalten sich alle Sirenen ein. Die batteriebetriebenen Funkmelder FireProtect und FireProtect Plus erfordern keinen Stromanschluss. Über die Ajax-Apps können Sie den Gerätestatus überwachen, die Einstellungen anpassen oder sogar die Messkammer testen – und dazu müssen Sie nicht mehr zum Melder hochreichen bzw. hochklettern und den winzigen Knopf drücken. Und all dies kann von überall auf der Welt erledigt werden.

Um auf dem internationalen Brandschutzmarkt Fuß fassen und mit anderen professionellen Lösungen konkurrieren zu können, musste die Einhaltung bestimmter Industrienormen von einem unabhängigen Labor zertifiziert werden. Wenn das Gerät alle Prüfungen bestehen würde, dann gäbe es auch keine Zweifel an seiner Qualität und Zuverlässigkeit.


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Also sendeten wir 20 FireProtect/FireProtect Plus-Melder an eine unabhängige Prüfstelle. Diese Prüfungen mussten sie für eine Zertifizierung nach DIN EN 14604 bestehen.

 

Verschiedene Brennstoffe

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Jedes Feuer ist einzigartig. Die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs hängt sowohl von den Materialien im Raum als auch von den dortigen Bedingungen ab. Der Rauch kann wabernd sein oder es kann praktisch keinen geben. Er kann in seiner Dichte und Transparenz variieren. Trotzdem muss ein Brandmelder rechtzeitig Alarm auslösen. Und darauf müssen Sie sich verlassen können!

Zuerst überprüfte das Labor die Wiederholbarkeit des Ansprechschwellenwertes, also ob die Ansprechempfindlichkeit auch nach mehreren Alarmzuständen stabil bleibt. Dafür platzierten die Techniker den Melder in einen Rauchkanal — einem Prüfstand mit kontrolliertem Rauchfluss — und leiteten sechsmal hintereinander Rauch hindurch. Dann wurde es interessant. Sie veränderten die Ausrichtung des Geräts, um die Richtungsabhängigkeit prüfen zu können, also ob es Rauch von allen Seiten erkennen konnte. Als sich herausstellte, dass das Gerät den Normen entsprach, ging es mit den Bränden weiter.

Ein Brandmelder muss auf verschiedene Arten von Rauch mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften ansprechen. Um dies zu überprüfen, wurden vier Melder in einem Prüfbrandraum platziert, in dem Holz, Baumwolle, Kunststoff (Polyurethan) und Flüssigkeit (n-Heptan) abwechselnd verbrannt wurden. Nachdem es gelungen war, alle Alarme rechtzeitig auszulösen, wurden die Tests fortgesetzt.

 

Keine Bedrohung durch die Elemente

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Die rechtzeitige Feststellung eines Brandes hat höchste Priorität, aber es ist auch wichtig, dass der Brandmelder unter widrigen Bedingungen keine Fehler macht. Im jahrelangem Betrieb rund um die Uhr können die Melder großen Temperaturwechseln ausgesetzt sein, von großer Hitze bis zu bitterer Kälte. Sie können Zugluft und blendendem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Die nächste Testreihe bestimmte also seine Fähigkeit, den Elementen zu widerstehen.

FireProtect hatte bereits seine Fähigkeit bewiesen, Rauch unter optimalen Bedingungen zu erkennen, also änderten die Forscher die Situation: Sie simulierten Böen und Luftzüge. Sie erhöhten die Raumtemperatur auf 55°C und kühlten sie auf 0°C ab und kombinierten Wärme mit hoher Luftfeuchtigkeit (40°C bei 90% Luftfeuchtigkeit). Sie leuchteten mit hellen Lampen auf das Gerät. Der Melder wurde an jedem Extrempunkt daraufhin überprüft, ob es Falschmeldungen gibt, ob er rechtzeitig auf Rauch reagiert und ob sein normaler Betrieb gestört wird. Nachdem diese Tests bestanden waren, gab es keine Zweifel mehr an der Fähigkeit des Melders, wechselnden Bedingungen zu widerstehen — und auch Fehlalarme sind praktsich auszuschließen.

 

Stark und widerstandsfähig

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Es ergibt keinen Sinn, sich auf ein Brandmeldesystem zu verlassen, das bei einem Sturz oder Schlag versagt. Oder wenn es Vibrationen oder elektrostatischen oder elektromagnetischen Feldern ausgesetzt ist. Natürlich im Kontext möglicher Szenarien aus dem wirklichen Leben (im Gegensatz zu jemandem, der aktiv versucht, den Melder um jeden Preis zu zerstören).

Experten testeten die Schlagfestigkeit von FireProtect/FireProtect Plus mit einem beweglichen Hammer: ein Schlag hat die Kraft von 1,9 Joule. Und das an der (potentiell) schwächsten Stelle. Und nachdem alles geprüft wurde, ging es weiter mit der Schwingprüfung, der elektromagnetischen Verträglichkeit und der elektrostatischen Entladung.

 

Weitere Anforderungen!

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Wenn das Gerät mit Batterien betrieben wird, muss es den Benutzer im Voraus warnen, wenn die Batterien schwach sind und ersetzt werden müssen. Die Norm EN 14604 verlangt, dass ein Gerät für mindestens 30 Tage, bevor die Batterie leer ist, dies akustisch per Piepston meldet, und dass alle Rauchmelder mindestens ein Jahr lang mit derselben Energiequelle (bei Batteriebetrieb) auskommen müssen, unter Berücksichtigung von Routinetests (unsere Brandmelder halten bis zu 4 Jahre). Und das Gerät sollte jederzeit den Status der Notfall-Batterie überwachen und die Benutzer bei Problemen benachrichtigen.

Wenn es brennt, müssen es alle wissen: die Menschen im Nebenraum, die Tiefschläfer und die Schwerhörigen. Aus diesem Grund darf die Sirene in einem Abstand von 3 Metern einen Schallpegel von 85 dB nicht unterschreiten. Nachdem die Experten die Lautstärke gemessen haben, prüfen sie die Dauerhaftigkeit des Signalgebers über 8 Stunden, abwechselnd mit 5 Minuten Ton und 5 Minuten Ruhe. Es ist erwähnenswert, dass unsere Brandmelder nicht nur den eingebauten Signalgeber für die Alarmierung nutzen können, sondern auch andere vernetzte Ajax-Sirenen sowie das Handy über Anrufe, SMS und Push-Benachrichtigungen — etwas, das nicht erforderlich ist, das wir aber für wesentlich halten.

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Um die Zertifizierung zu erhalten, muss die Brandschutzvorrichtung jeden Test erfolgreich bestehen — rechtzeitig auf Rauch ansprechen, dem Test standhalten und ihre Betriebseffizienz beibehalten. Und 20 verschiedene Geräte müssen diese „neun Höllenkreise“ durchlaufen, was bedeutet, dass man die Zertifizierung nicht durch Glück bestehen kann. Mit der Zertifizierung nach EN 14604 hat Ajax FireProtect bewiesen, dass es zuverlässig ist und dass man ihm den Schutz von Eigentum und Personen anvertrauen kann.

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